Gefahrgutübung: Feuerwehr trainiert den Ernstfall
Die Freiwillige Feuerwehr der Stadt Hauzenberg absolvierte gemeinsam mit der Dekontaminationseinheit der Feuerwehr Windpassing-Haag eine interne Gefahrgutübung. Im Mittelpunkt stand das koordinierte Vorgehen bei einem Austritt von Gefahrstoffen.
Das Übungsszenario ging davon aus, dass bei Verladearbeiten ein Fass beschädigt worden war. Flüssigkeit trat aus, während sich gleichzeitig eine orangefarbene Rauchwolke bildete. Die Einsatzkräfte sperrten den Gefahrenbereich weiträumig ab und gingen unter Chemikalienschutzanzügen zur Erkundung vor.
Anhand der Gefahrnummer 886 und der UN-Nummer 2031 wurde festgestellt, dass es sich um Salpetersäure handelte.


Im weiteren Verlauf übten sie das richtige Vorgehen und griffen dabei auf passende Nachschlagewerke zurück. Im Ernstfall würden natürlich deutlich mehr Maßnahmen ergriffen, wie etwa die Nachalarmierung zusätzlicher Einheiten und Spezialkräfte oder eine Anfrage bei TUIS. Zum Training gehörten außerdem das Auffangen der ausgetretenen Flüssigkeit sowie das Abdichten der Leckage und der Kanalisation.
Ein Schwerpunkt bei dieser Übung lag auf den allgemeinen Verhaltensregeln bei Gefahrguteinsätzen und den besonderen Eigenschaften von Salpetersäure. Zudem wurde ihre mögliche Reaktion mit organischen Materialien wie Holz erläutert; im Übungsszenario diente Puderzucker als anschauliches Beispiel.
Die Reaktion kann sehr heftig sein. Puderzucker besteht hauptsächlich aus Saccharose, einem organischen Stoff. Salpetersäure ist ein starkes Oxidationsmittel. Beim Kontakt kann es zu einer Oxidation bzw. Nitrierung des Zuckers kommen. Dabei entstehen Wärme, braune Stickoxide (NO₂) und weitere Zersetzungsprodukte.
Nach Abschluss der Arbeiten durchliefen die eingesetzten Trupps die von der Feuerwehr Windpassing-Haag eingerichtete Dekontaminationsstelle. Damit wurden sämtliche Abläufe – vom Vorgehen im Gefahrenbereich bis zur fachgerechten Dekontamination – praxisnah geübt.

Die Übung stärkte die Zusammenarbeit der beteiligten Einheiten und bereitete die Einsatzkräfte gezielt auf mögliche Gefahrstoffeinsätze vor. Ein besonderer Dank gilt der Firma Kneidinger aus Hauzenberg, die ihr Gelände für die Übung zur Verfügung stellte.
